Gender in der Lehre

Modellstudiengang

Die Charité ist die einzige Universität bundesweit, die Genderaspekte systematisch in die Pflichtlehre im Medizinstudiengang integriert hat. In der Eingangswoche werden die StudentInnen bereits auf Genderaspekte aufmerksam gemacht, und in Modul 35 folgt ein Schwerpunkt „Geschlechtsbezogene Erkrankungen“ mit insgesamt drei Vorlesungen und mehreren Seminaren zu Genderthemen. Daneben sind Genderaspekte in mehr als 100 der Veranstaltungen in anderen Modulen integriert.

Wahlfach "Genderbezogene Medizin"

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Frauen und Männer unterscheiden sich erheblich in Pathogenese und Verlauf
bzw. Prognose von Erkrankungen. Diagnoseverfahren und Therapieoptionen sind bei Frauen und Männern nicht zwangsläufig identisch. Noch ist die Geschlechterforschung in der Medizin jedoch wenig etabliert.

Das Wahlfach „Genderbezogene Medizin“ will mit dem vorliegenden Veranstaltungskonzept genau hier eine Lücke schließen und eine geschlechtsspezifische Herangehensweise systematisch in die Lehre integrieren. Dies geschieht im Rahmen einer interdisziplinären Vorlesungsreihe, welche durch zwei Seminartermine ergänzt wird, in denen die Studierenden die Ergebnisse einer selbständigen Auseinandersetzung mit dem Thema in Form  eines Vortrages präsentieren.

Besonderer Wert wird auf die Verknüpfung von klinischem praktischen Handeln
und wissenschaftlichem Arbeiten gelegt. Daher werden in vielen Fächern die geschlechtsspezifischen Unterschiede an Hand von Fallvorstellungen dargestellt. Das Fach Genderbezogene Medizin bietet daher einen curricularen
Mehrwert, weil über das studienordnungsgemäße Curriculum hinaus die systematische Diskussion der Rolle von Sex und Gender in Krankheitsentstehung und Verlauf in zahlreichen Fächern vermittelt wird.

EUGENMED

Die Charité koordiniert derzeit ein europäisches Projekt EUGENMED, das sich auch mit der Etablierung von Genderinhalten in der medizinischen Lehre beschäftigt (Öffnet externen Link im aktuellen Fensterwww.eugenmed.eu).
Dieses Projekt setzt auf dem früheren Projekt EUGIM, in dem europaweit ein Kurrikulum
für ein Mastermodul Gendermedizin entwickelt wurde, auf.